Vom Printprospekt zum Data-Driven-Marketing

Böse Zungen behaupten, dass Printprospekte im Handelsmarketing ihre beste Zeit bereits hinter sich haben. Unterstützt werden solche Aussagen durch Erhebungen des EHI Retail Institutes, dass im Jahr 2016 erstmalig der Printanteil an den Handelsbudgets (Prospekte, Anzeigen, Kundenmagazine) unter 50 % gefallen ist. Werbeformen wie TV, Online, Mobile und Radio hatten zum ersten Mal in Summe die Nase vorne.

Im Sinne einer effektiv vernetzten Kommunikation kann man diese Aussagen natürlich nicht unkommentiert stehen lassen, da gut gemachte Printprodukte auch heute noch, richtig eingesetzt, ihre Pull-Qualitäten entfalten können. Allerdings sollte man als werbetreibendes Unternehmen seine Schlussfolgerungen aus dieser eindeutigen Entwicklung ziehen.

Fokus auf das Wesentliche

Durch den hohen Anteil von digitalen Werbeformen im Werbemix wird das Thema Datenerhebung, Stichwort Data-Driven-Marketing, immer wichtiger. Aber nicht nur die Erhebung, sondern auch die konsequente Auswertung und die Integration in zukünftige Kampagnen, sollten Basis einer zeitgemäßen Handelsmarketing-Strategie sein.

Offen gesagt besteht aber die Kunst nicht darin, Daten zu sammeln, sondern genau die Daten zu erheben, die das Unternehmen nach vorne bringen. Zum Beispiel, wer wie häufig und wie lange die Prospekte liest, wie viele Seiten die Nutzer durchblättern und an welchen Stellen, bei welchen Produkten, sie länger verharren. Auch an welchen Tagen der Woche, zu welchen Uhrzeiten die Prospekte vorwiegend gelesen werden und woher die Leser kommen, etc.

Werden diese Daten für zukünftige Kampagnen konsequent eingesetzt, lassen sich daraus nachweisbare Ergebnisse ohne allzu große Streuverluste einfahren. Wer um die Profile seiner Zielgruppen genau Bescheid weiß, kann zum Beispiel Push-Mitteilungen mit speziellen Aktionen auf die Smartphones der Kunden schicken, wenn diese sich gerade im Umfeld des POS bewegen. Stichwort: Geo-Targeting.

Fazit

Der Online-Handel kennt seine Kunden mittlerweile sehr genau, da er seit Jahren über unerschöpfliches Datenmaterial verfügt und dieses Potenzial in hohem Maße einsetzt und ausnutzt. Um auch weiterhin konkurrenzfähig bleiben zu können, muss der stationäre Handel es ihm gleichtun und seine potenziellen und bestehenden Kunden besser verstehen lernen, sie genauer lokalisieren können und vor allem Angebote flexibel und zeitnah zur Verfügung stellen.

Quelle: POINT MÜNCHEN